Foto: Winfried Eberhardt

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Foto: Winfried Eberhardt

 

Erfahrungsberichte

Offener Blick auch auf Nicht-Kirchengänger

Antje Ravenstein - Kurs 12

Ich habe mich zum Prädikantenkurs angemeldet, weil ich lernen wollte, wie ich eigene Predigten schreiben kann. Als Lektorin habe ich zwar auch eigene Predigtabschnitte verfasst und die Lesepredigten sprachlich bearbeitet. Doch mir fehlten konkrete Anhaltspunkte, um die Qualität einer Predigt beurteilen zu können. Ich wollte mich da nicht länger nur auf mein Gefühl verlassen. Außerdem war ich besorgt, ob ich theologisch „sauber“ arbeite. Nun weiß ich, wie ich eigene Predigten erstellen kann. Frau Eimterbäumer und Herr Dobers haben es mir mit viel Engagement, Sachverstand und auch Humor beigebracht. Sie haben mir gezeigt, wie ich in den Bibelstellen auf Spurensuche gehen kann, um die darin verborgenen Schätze zu finden. Ich habe gelernt, meinen Glauben in eigenen Worten auszudrücken. Und mir ist klar geworden, dass das für mich keine leichte Sache ist. Für mich ist es oftmals ein Ringen mit dem Text – dem Bibeltext und dem eigenen. Eine eigene Predigt zu verfassen und einen Gottesdienst vorzubereiten ist für mich nach wie vor ein ordentliches Stück Arbeit. Doch diese Arbeit mache ich gern. Sie bereichert meinen Glauben.
Neben dem Verfassen eigener Predigten bot der Prädikantenkurs noch Vieles mehr. In meinem Kurs wurde erstmals vermittelt, wie wir Prädikanten Abendmahlsgottesdienste leiten können. Natürlich lernten wir die Liturgie, die Einsetzungsworte und die praktische Handhabung mit dem Abendmahlsgeschirr kennen. Doch darüber hinaus ging es auch immer wieder darum, welche Bedeutung für uns persönlich das Abendmahl hat und welche Erlebnisse wir damit verbinden. Und wir erhielten schriftliche Kommentare von Gottesdienstbesuchern unterschiedlichen Alters und aus verschiedensten Gemeinden, in denen diese ihre Erlebnisse und Empfindungen zum Abendmahl äußerten. Dabei gab es durchaus auch kritische Stimmen. Ich habe es sehr geschätzt, dass unsere Dozenten uns diese Stimmen nicht vorenthielten. Auch an anderen Stellen im Kurs wurde immer wieder der Fokus auf „die Hörenden“ – also die Gottesdienstgemeinde – aber auch auf die Menschen gelenkt, die aus unterschiedlichen Gründen nicht in den Gottesdienst kommen. Diesen offenen Blick auf Kirche und Gesellschaft empfand ich als große Bereicherung.
Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass ich den intensiven Austausch mit Gleichgesinnten sehr genossen habe. Ehrliches Feedback, rege Diskussionen, wunderschöne Gottesdienste und immer wieder auch Raum für Lachen, Nachdenken und Ausprobieren machten die Kurswochenenden für mich zu einer Zeit, die ich nicht missen möchte.
 

Liebhaber gesucht

Michael Krzikalla - Kurs 13

„Liebhaber gesucht!" - Die letzte Übung unseres Prädikantenkurses – Ein Werbeplakat für die Prädikatenausbildung entwerfen.

Nach einigen ratlosen Minuten wurde schnell klar. Wir formulieren eine Kontaktanzeige „Liebhaber gesucht“. Etwas anzüglich vielleicht, ein bisschen Salz in die Suppe aber nicht zu viel.

Meine Gedanken schweiften zurück. Was hat dich damals eigentlich geritten? Zwei Jahre zusätzliche Ausbildung, diverse Wochenenden, Hausaufgaben. Zwischendurch mit Beruf und Familienleben jonglieren. Sich Zeit stehlen für Kurswochenenden und lernen zu Hause.

Es war eine Sehnsucht, sich mit dem, was mein Leben am Grunde, in der Tiefe berührt, noch einmal ernsthaft zu beschäftigen. Den ungeklärten Fragen nachgehen. Fragen, an denen ich mich immer wieder reibe, zweifle, rebelliere, nicht einfach stehen zu lassen. Und damit – vielleicht – auch in meinem Dienst als Lektor noch klarer, noch entschiedener wirken zu können.

Was ich in dieser Zeit dann erleben durfte war überraschender und bereichernder, als ich es mir vorstellen konnte. Ich habe Menschen getroffen, für die es ebenfalls eine tief empfundene Herzensangelegenheit ist, an der Geschichte mit Jesus mitzuarbeiten und sie weiterzuerzählen. Glaubwürdig, ehrlich und lebendig. Aus ihren unterschiedlichen Lebenswelten kommend, bunt, vielstimmig. Daraus ist, mit der Zeit, eine kleine Gemeinschaft geworden, in der ich einen gleichen Herzschlag spüren konnte. Ich konnte mich auf die Wochenenden freuen und in ein „Paralleluniversum“ eintauchen, in dem ich neue Kraft für mich schöpfte. Wir haben Themen kontrovers diskutiert - auch nächtelang. Ich bin zu neuen oder bereits verschütteten Einsichten gekommen. Habe Zugänge zu Texten gefunden, die ich sonst für bestenfalls unmöglich hielt. Eine besondere Erfahrung zum Schluss der Ausbildung. Ich durfte in dieser Gemeinschaft ein Abendmahl mitfeiern, das derart berührend, feierlich und fröhlich zugleich war, das ich dieses Erlebnis für immer in meinem Gepäck dabei haben werde.

Mag sein, dass einen Berg zu besteigen Mühe kostet. Und es waren tatsächlich Berge von Büchern, Wissen und Erlebnissen, die da zeitweise auf meinem Schreibtisch lagen. Der eine oder andere Schweißtropfen war nicht zu vermeiden. Aber wie bei jeder Bergtour, die ich bisher machte, lässt die Aussicht vom Gipfel die angestrengten Muskel schnell vergessen. Die Augen leuchten und das Herz schlägt schneller.

Übrigens - die gleichen Symptome finden sich auch bei Liebhabern. Wenn er seine Angebetete sieht, dann leuchten die Augen und das Herz – schlägt auf jeden Fall sehr viel schneller.

 

Bergtour statt Sonnenbad

Sabine Krützmann - Kurs 13

„Warum tun wir uns das eigentlich an?“ Diese Frage mogelt sich meinem Mann und mir auf einer unserer Bergtouren mal wieder in den Kopf. Das Nieseln ist in Dauerregen umgeschlagen, die Blase am großen Zeh muss neu verpflastert werden, und von den 1364 Höhenmetern ist erst gut die Hälfte geschafft. „Andere Leute liegen jetzt am Strand in der Sonne oder machen einen schönen Stadtbummel.“ Irgendwo im Hinterkopf rumoren auch die entsprechenden Antworten, aber im Moment haben sie keine Chance...

Zwei Stunden später ist das anders. Wir sind oben, stehen am Gipfelkreuz und dampfen in der Sonne, die zwischen den Wolken hervorlugt. Erhaben und prachtvoll stehen die Berge um uns Spalier, wir genießen sprachlos Weite und Schönheit des Panoramas.

Das war Prädikantenausbildung für mich. Mit diesem Bild kann ich am besten in Worte fassen, wie ich die zwei Jahre unserer Ausbildung in Hildesheim erlebt habe.

Bergwandern in anspruchsvollem, unbekanntem Gelände. Zum Glück mit einer großartigen Wandertruppe. Die jede Durststrecke mit einem aushält und erträglicher macht, einem das Schweißtuch reicht und jeden Gipfelgenuss, jede Rast, jeden Ausblick doppelt schön empfinden lässt. Die einem Mut macht, sich auf einen Weg zu trauen, von dem nur zu ahnen ist, was er noch Überraschendes mit sich bringt. Die abends, erschöpft und zufrieden, bei Wein und gutem Essen über das gemeinsame Abenteuer fachsimpelt und die Freude über das teilt, was unser Gott da ausgebreitet hat.

Und mit erfahrenen Bergführern an der Seite, die einem helfen, die Schwierigkeiten des Weges zu meistern und einem alles zu den Schönheiten am Wegesrand erklären können. Unzählige Blumen und Tiere, Bergnamen, andere Wanderwege und aufregende Kletterrouten für die Wagemutigen können sie benennen und die Tour so zu einem umfassenden Erlebnis für alle Sinne werden lassen.

Gemeinsam haben wir so unseren Horizont erweitert, sind an unsere Grenzen gegangen, haben uns abgemüht, haben unglaublich viel Neues entdeckt, auch in uns selber.

Das alles in einem Rahmen, der ermutigt, sich etwas zu trauen und der einem hilft, die eigenen Stärken und Schwächen  bewusst wahrzunehmen und damit angemessen umzugehen.

Die Fülle der Möglichkeiten und Perspektiven, die sich uns dabei erschlossen hat, war gewaltig.

Das macht es nicht unbedingt leichter, denn jeder ist am Ende dieser Zeit aufgefordert, mit dem prallgefüllten Rucksack voller Wanderführer und Kartenmaterial seine eigene Tour zusammenzustellen.

Das bleibt aufregend, auch jetzt in der Mentoratsphase und vermutlich, so lange ich weiter auf diesem Weg gehe.

Zu erfahren und zu erkunden, welche kreativen Möglichkeiten und Spielplätze sich in mir selber auftun, ist ein Abenteuer.

Raum und Weite, um dieses Abenteuer in Worte zu fassen, wurde mir in dem Kurs gegeben.

Danke dafür.

 

Mittendrin in Kurs 15

Jan Oldigs - Kurs 15

Auf den Prädikantenkurs muss man sich einlassen wollen. Man muss etwas Zeit mitbringen, (wieder) Lernen wollen, bereit sein sich selbst und seinen Glauben zu reflektieren. Dann aber kann man reich beschenkt werden. Ich freue mich jedes mal auf die Wochenenden und den gemeinsamen Weg. Für mich sind es wichtige Auszeiten im Alltag, die meinem Glauben und meinem Amt als Lektor/Prädikant gut tun.

Dankbarkeit - das ich das für mich und andere machen darf

Susanne Hornung - Kurs 13  

Nach fünf Jahren Lektorendienst in meiner Kirchengemeinde, brauchte ich  „etwas mehr“, eine neue Herausforderung musste her. Im Sommer 2013 begann unser „Sonnenschein Kurs“.

12 Wochenenden Unterricht, dazwischen die Hausaufgaben, mit Predigten schreiben und viel lesen. Im Alter von  50+  musste ich das Lernen neu lernen. Neben Beruf, Familie und Gemeindearbeit, sich die Zeit frei zu schaufeln für die Ausbildung, das war oft anstrengend, aber der Einsatz hat sich gelohnt. Unter fachkundiger Anleitung mit der Gruppe auf Texterkundung zu gehen und sich gegenseitig anzuspornen, hat mir viel Freude gemacht. Selbst Predigten zu formulieren, mit meinen Ideen und Gedanken, macht meine Gottesdienste persönlich. Mit dem Erlernten und Erarbeiteten bin ich auch liturgisch sicher. Ich  weiß wovon ich rede, was ich da tue...

Und auch für mich selbst war die Ausbildung eine große Bereicherung; mein Glaube ist gewachsen und gefestigt.

Jedes Mal wenn ich auf der Kanzel stehe oder mit der Gemeinde Abendmahl feiere, spüre ich die Dankbarkeit, dass ich das für mich und andere machen darf.

 
Kurs 14 - Einzelarbeit
Gottesdienst-Symbole
Ergebnisse
Kurs 15- Teilgruppe bei der Arbeit
Eingang Kirche