Übungen zum Predigen

Foto: Winfried Eberhardt 

Predigen ist eine große Chance! Menschen kommen am Sonntagmorgen in den Gottesdienst und sind bereit zu hören. Sie wollen das Wort Gottes zusammenbringen mit ihrer Lebenssituation. Predigen ist eine große Chance, weil Menschen bereit sind, sich berühren zu lassen. Eine Predigt entsteht stets aufs Neue. Sie kommt zu einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort zur Geltung. Einmalig. Unwiederholbar. Eine Predigt lässt sich nicht nachträglich erklären. Entweder gelingt sie in dem Augenblick, in dem sie auf der Kanzel laut wird, oder sie gelingt nicht. Das ist ihr Risiko. Wie bei einem Musiker, der ein Konzert spielt. Ohne dieses Risiko fehlt ihr die Spannung.

Eine Predigt spricht von Gott. Gott ist nicht selbstverständlich in einer
Welt, die auch ohne Gott auskommt. Von Gott zu reden ist darum auch
nicht selbstverständlich. Und doch notwendig. Menschen suchen, fragen
nach dem »Woher« und »Wozu«.
 

Eine Predigt ist ein zerbrechliches Stück, weil sie angewiesen ist auf die Geistesgegenwart Gottes in Vollzug und Vorbereitung. Etwas in der Hand haben und doch nichts in der Hand haben, dieses Paradox begleitet die Predigtarbeit.