Morgenandacht2

Beauftragungsverfahren

Lektorenkurs378
Foto: Winfried Eberhardt

Lektorinnen und Lektoren

Nach Eingang der schriftlichen Anmeldung eines Gemeindegliedes zu einem regionalen oder überregionalen Lektorenkurs nimmt der für den Kurs Verantwortliche Kontakt mit dem zuständigen Pfarramt und Kirchenvorstand auf, setzt diese über die Anmeldung in Kenntnis und bittet um eine Stellungnahme zum Ausbildungswunsch des Gemeindegliedes. (Gesonderte Auswahlgespräche auf der Ebene der Lektorenbeauftragten sind im Gesetz nicht vorgesehen. In der Regel sind vor Ort die »Kandidatinnen« oder »Kandidaten« bekannt. Dadurch lässt sich kundig abschätzen, wer für eine Ausbildung in Frage kommt und wer nicht. Ein Gespräch der Verantwortlichen vor Ort mit der »Bewerberin« oder dem »Bewerber« ist in jedem Fall geraten.)

Im Anmeldebogen wird unter anderem erfragt:
»In meiner Kirchengemeinde bin ich gegenwärtig in dem Bereich / in den Bereichen tätig:
Vorerfahrungen habe ich außerdem sammeln können als/in/im …
Von der Ausbildung erwarte ich:«

Sobald die Befürwortung des Ausbildungswunsches (KV-Beschluss) und der Beschluss über die Mitfinanzierung seitens der Gemeinde vorliegen, gilt die Anmeldung als verbindlich.

Nach erfolgter Kursteilnahme sind die Ausbildungsvoraussetzungen für eine Beauftragung im Lektorendienst gegeben. Eine Kurs-Abschlussprüfung ist im Gesetz nicht vorgesehen. Es folgt eine angemessene Erprobungszeit in den gemeindlichen Gottesdiensten. Nach dieser Phase fassen im Fall der erkennbaren Eignung Kirchenvorstand und Pfarramt einen Beschluss, dass dem ausgebildeten Gemeindeglied das Lektorenamt übertragen werden soll. Ein entsprechender Antrag ist an die Superintendentin oder den Superintendenten zu richten. Die Superintendentin oder der Superintendent spricht schriftlich die Beauftragung aus. Sie gilt bis zu nächstfolgenden Visitation der Kirchengemeinde, in der die Lektorin/der Lektor tätig ist, und kann verlängert werden. Die Einführung erfolgt in einem Gottesdienst.

Die Führung des Amtes geschieht »im Einvernehmen mit dem Pfarramt« (LektPrädG § 3.1). Beim Pfarramt liegt »die Aufsicht über den Lektor« (LektPrädG § 3.2). Das Pfarramt trägt die Verantwortung für die Wahrnehmung der Beauftragung. Ausdrücklich wird im Gesetz darauf hingewiesen, dass der Lektorendienst »nicht nur aushilfsweise« (ABLektPrädG Nr.5), sondern im Sinne einer Verkündigungsgemeinschaft vor Ort in mehreren Personen erfolgen soll.

Die Visitation ist künftig über das im Visitationsbogen G II A 32 Erfragte hinaus wahrzunehmen, und zwar im Sinne einer Visitation von Gottesdiensten, die von Lektorinnen oder Lektoren vollständig selbst verantwortet werden. Erst auf dieser Grundlage ist eine annährend hinreichende Beurteilung im Blick auf eine mögliche Wiederbeauftragung verantwortbar und sinnvoll. 

Prädikantinnen und Prädikaten

Nach Eingang der schriftlichen Anmeldung eines Gemeindegliedes zum Prädikantenkurs nimmt der landeskirchliche Beauftragte Kontakt mit der zuständigen Superintendentur auf, setzt diese über die Anmeldung in Kenntnis und bittet um eine Stellungnahme zum Ausbildungswunsch des Gemeindegliedes. (Gesonderte Auswahlgespräche auf der Ebene des landeskirchlichen Beauftragten sind im Gesetz nicht vorgesehen. In der Regel sind vor Ort die »Kandidatinnen« oder »Kandidaten« bekannt. Dadurch lässt sich kundig abschätzen, wer für eine Ausbildung in Frage kommt und wer nicht. Ein Gespräch der Verantwortlichen vor Ort mit der »Bewerberin« oder dem »Bewerber« ist in jedem Fall geraten.)

Die Stellungsnahme bezieht sich auf die mutmaßliche Eignung der Bewerberin bzw. des Bewerbers hinsichtlich des Rechts der Freien Wortverkündigung. Die Superintendentin oder der Superintendent hat sich davon in geeigneter Weise ein Bild zu machen. Ein Kriterienkatalog zur Orientierung − »Gesichtspunkte im Blick auf die Eignung zur Prädikanten-Ausbildung − ist dem Schreiben an die Superintendentin oder den Superintendenten beigefügt.

Die zuständige Landessuperintendentur bekommt auf dem Dienstweg über die Superintendentur Kenntnis vom Ausbildungswunsch der oder des Interessierten. Dies ist insofern sinnvoll, als das Kolloquium zum Abschluss der Ausbildung bei der zuständigen Landessuperintendentin bzw. beim zuständigen Landessuperintendenten durchgeführt wird. Außerdem erhält die Landessuper-intendentur von der Superintendentin oder dem Superintendenten die schriftlich verfasste Stellungnahme zur Kenntnis. Die Landessuperintendentin oder der Landessuperintendent kann intervenieren, falls ihr oder ihm aus eigener Kenntnis eine Ausbildung der Bewerberin oder des Bewerbers nicht geboten scheint.

Sobald die Befürwortung des Ausbildungswunsches (Beschluss des Pfarrkonventes) und der Beschluss über die Mitfinanzierung seitens des Kirchenkreises vorliegen, gilt die Anmeldung als verbindlich.

Während der Ausbildung mit den einzelnen Kursabschnitten wird der landeskirchliche Beauftragte ggf. Zweifel an der Eignung eines Teilnehmenden der zuständigen Superintendentur und der Landessuperintendentur nennen und das weitere Verfahren abstimmen.

Nach erfolgter Kursteilnahme in allen Teilen sind die ersten Ausbildungsvoraussetzungen für eine Beauftragung für den Prädikantendienst gegeben. Eine Kurs-Abschlussprüfung ist im Gesetz nicht vorgesehen. Es folgt − noch zur Ausbildung gehörig − eine Mentoratsphase. In dieser Phase sollen die zukünftigen Prädikantinnen oder Prädikanten 2 Predigten unter Supervisionsbegleitung verfassen. Wer die Aufgabe als Mentorin oder Mentor übernimmt, sollte vor Ort in gegenseitiger Abstimmung besprochen werden. Nach der Mentorats-Phase erfolgt ein Gottesdienstbesuch eines ordinierten Mitglieds der Pfarrkonferenz in einem Gottesdienst, für den die oder der angehende Prädikant/in in Vorbereitung und Durchführung vollständig die Verantwortung trägt. Über die Eindrücke wird eine Notiz verfasst.

Der Kirchenvorstand der Gemeinde der Prädikantin oder des Prädikanten, der Kirchenkreisvorstand, der Pfarrkonvent oder die/der Lektorenbeauftragte schlägt vor, der bisherigen Lektorin/dem bisherigen Lektor das Recht der Freien Wortverkündigung zu verleihen. Der Pfarrkonvent wird gehört. Die/Der Superintendent/in nimmt eine Notiz darüber zum Vorgang.

Die/Der Superintendent/in leitet den Vorschlag mit den erforderlichen Unterlagen der Landessuperintendentin oder dem Landessuperintendenten zu. Ein evtl. Antrag zur Beauftragung mit der Abendmahlsdarreichung bedarf einer sorgfältigen Begründung

Die Landessuperintendentin oder der Landessuperintendent lädt die Kandidatin oder den Kandidaten zu einem Kolloquium, an dem die oder der Sprengelbeauftragte und die oder der Sprengel-Sprecher/in teilnehmen. Sie oder er spricht die Beauftragung aus und übergibt eine entsprechende Urkunde (nachrichtlich an Superintendent/in, Sprengelbeauftragte/n und landeskirchlichen Beauftragten).

Die Prädikantin / Der Prädikant wird in einem Gottesdienst unter Gebet und Handauflegung in das Prädikantenamt eingeführt. Diakoninnen oder Diakonen sind eingesegnet (mit Anteil am Verkündigungsdienst), insofern erfolgt in diesem Fall eine angemessene Vorstellung.

Die Lektorenbeauftragte oder der Lektorenbeauftragte des Kirchenkreises sollte um des angemessenen Fortgangs von Mentorat, Eignungsprüfungsphase und Beauftragung begleitend und kommunizierend unterstützen.

Für Diakoninnen und Diakone ist das Recht der Freien Wortverkündigung als zusätzliche Beauftragung (Prädikantenbeauftragung) vorgesehen. Die Position des Bischofsrates lautet: Ohne Prädikantenbeauftragung keine Predigtgottesdienste und keine Abendmahlsdarreichung durch Diakoninnen und Diakone. Bei den Superintendenturen wird im Vorwege nachgefragt, ob die Weiterbildung der Diakonin/des Diakons im dienstlichen Interesse liegt oder nicht.